Per
Seilbahn zu Kartoffelschälern
Eine
Open-Air-Ausstellung zeig, wie sich Berliner das Technikmuseum
der Zukunft vorstellen
Maria Neuendorff in: Märkische Oderzeitung, 20. 03. 2013
Verkehrsverein
Hörstel, Kreis Steinfurt, April 2013
Mit
dem Rad auf den Spuren von Käthe Wenzels WasserKarte
Mit
dem Rad auf den Spuren von Käthe Wenzels WasserKarte
Susanne Treutlein (l.), beim Kreis Steinfurt verantwortlich für
Tourismusförderung und Regionalmarketing, und die Künstlerin Käthe
Wenzel sprachen jetzt im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst über
die WasserKarte. Das Schild, das die beiden auf dem Gelände des
Kunsthauses hoch halten, wird in der nächsten Zeit an den kartierten
Orten aufgestellt. Es enthält sogenannte QR-Codes. Damit können
sich die Radfahrer und Wanderer per Smartphone in die Internetseite
einwählen.
Künstlerin bereitet Eröffnungsradtour und damit Höhepunkt ihres
Projektstipendiums vor „Und das Schiff muss ich morgen noch weiß
überstreichen!“ seufzt Käthe Wenzel, lacht und deutet auf das
Bild an der Wand ihres Ateliers. Noch für einen Tag gehört der
Ausstellungsraum ihr. Im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst in
Hörstel bekommen die Künstler und Künstlerinnen des Projektstipendiums
KunstKommunikation ein Atelier, in dem sie während des Projektjahres
arbeiten und ihre Arbeit präsentieren können. Nun ziehen bald
die neuen Stipendiaten ein. Trotzdem ist Käthe Wenzels Projekt
„WasserKarte“ brandaktuell. Gemeinsam mit Susanne Treutlein, beim
Kreis Steinfurt verantwortlich für Tourismusförderung und Regionalmarketing,
sitzt die Berliner Künstlerin im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst
und plant, wie sie das Kunstprojekt touristisch nutzbar machen
können. Die Idee zu der „WasserKarte“ hatte Käthe Wenzel in New
York während einer Gastprofessur entwickelt. „Diese Stadt konnte
ich nur zeichnend bewältigen“, sagt sie schmunzelnd.
Sie zeichnete verschiedene Orte und Situationen der Metropole
und stellte sie auf ihre Internetseite. „Irgendwann hörte ich,
dass Menschen nur wegen dieser Zeichnungen regelmäßig meine Internetseite
anschauen“, erzählt die Künstlerin. Im Kreis Steinfurt drehte
sie das Ganze dann um und suchte den Dialog mit den Menschen in
der Region, um von ihnen zu hören, welche Orte sie auf einer Landkarte
sehen möchten und fertigte dann zu den verschiedenen Gräften,
Schleusen, Häfen und Unterwassergärten Zeichnungen an. In einem
zweiten Schritt wurde das Ganze ins Internet übertragen: Auf der
Webseite www.cartoonorama.de lassen sich per Mausklick die Cartoon-Ansichten
des angeklickten Ortes und Ausschnitte aus den Interviews öffnen.
In den nächsten Monaten folgt jetzt der dritte und letzte Schritt:
„Es geht in die Landschaft“, freut sich Käthe Wenzel. Dafür bringt
sie nun an den kartierten Orten Schilder an, die es ermöglichen,
sich per Smartphone in die Internetseite einzuwählen. Das funktioniert
mittels QR-Codes. Für Wandern und Radfahren ohne technische Hilfsmittel
gibt es eine gedruckte Wanderkarte.
Die Künstlerin lässt es sich nicht nehmen, bei der Eröffnungsradtour
am Sonntag, 28. April – eingerahmt in das traditionelle „Sattelfest“
und somit an dem Tag, an dem traditionell die Radsaison im Münsterland
eröffnet wird – die Führung zu übernehmen. Die Planung übernimmt
sie gemeinsam mit Gerd Andersen, Leiterin und Kuratorin des DA,
Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Einiges steht schon jetzt fest:
Die Tour startet und endet in Gravenhorst und wird circa zwei
Stunden dauern. Treffpunkt ist um 13 Uhr im Foyer des Kunsthauses.
Käthe Wenzel freut sich schon jetzt auf diesen Termin. „Das ganze
Projekt macht viel Spaß. Die Menschen hier sind sehr zugänglich
und unproblematisch und es ist schön, dass das Kunsthaus so gut
eingebunden ist. Hier sind die touristischen und kulturellen Wege,
insgesamt das ganze Miteinander schon sehr gut entwickelt“, sagt
sie.
In:
Kunst und Energie. Transfer, Beiträge zur Kunstvermittlung No.
9. Einzelbeiträge des NRW Modellprojektes KWW-Stipendien.
Chaotic
Patern Machine
1. Abstract
Die Chaotic Pattern Machine ist eine per Wasserkraft betriebene
Maschine, auf der chaotische Ströme als sich wandelnde Muster
sichtbar werden. Aufgebaut aus einem System von transparenten
Röhren und wassergetriebenen farbigen Schaltern, stellt sie eine
Verbindung her zwischen fluktuierenden Signalen und der internen
Musterbildung eines vernetzten Entscheidungsprozesses her. Die
Chaotic Pattern Machine dient sowohl zur praktischen Auseinandersetzung
mit der Überlagerung von Regelmäßigkeit und Chaotizität im Labor
als auch zur Visualisierung von Forschungsthemen, bei denen es
um vernetzte Produktionssysteme ("Produktionslabyrinthe") und
kollektives Verhalten geht. Sie entsteht in ständigem Austausch
zwischen der Künstlerin Dr. Käthe Wenzel aus Berlin, dem Computational
Systems Biology Professor Dr. Marc Hütt und der Logistik Professorin
Dr. Katja Windt von der Jacobs-University Bremen.
2. Konstruktion
Die Chaotic Pattern Machine wird sich über eine 2,5 x 5m große
Wand im Fluctuations Research Lab an der Jacobs University in
Bremen erstrecken. Zusammengesetzt aus Acrylröhren und Wasserrädern
in verschiedenen Größen, funktioniert sie als angewandtes mathematisches
experiment. Durch die transparenten Röhren ist auch das fließende
Wasser zu sehen. Die Installation setzt sich aus zwei Systemen
zusammen - dem oberen, einem Lorenz-Wasserrad, und einem daran
angeschlossenen Röhrensystem mit mechanischen Elementen, das auf
das obere System reagiert. Das Lorenz-Wasserrad wird durch einen
gleichmäßigen Wasserstrom angetrieben, der sich durch die Bewegungen
des Rades in einen chaotischen Ausfluss verwandelt, der an wechselnden
Stellen in das Röhren-Labyrinth fließt.
Das Netz der
Röhren ist bestückt mit binären, wassergetriebenen Schaltern;
je nach Zufluss weisen sie eine blaue oder orange Farbfläche vor.
Aus der Ferne setzen sich diese Flächen zu bewegten, sich ständig
ändernden Mustern zusammen, die wie ein mechanisches Display die
Bewegungen des Wassers sichtbar machen. Angetrieben wird die Mechanik
durch die unberechenbaren Wasserflüsse, die sich aus dem Lorenz-Wasserrad
in die Röhren ergießen. Mit Hilfe einer Umwälzpumpe wird das Wasser
aus einem Auffangbecken nach oben befördert, wo es sich erneut
in das Lorenz-Wasserrad ergießt. Bis auf den Zufluss ins Auffangbecken
und auf das Lorenz-Wasserrad, befindet sich das Wasser ständig
innerhalb eines abgedichteten, geschlossenen Systems. Die Umwälzpumpe
sorgt dafür, dass eine begrenzte Wassermenge in ständiger Bewegung
gehalten wird (Wasserkosten). Das Material (Acryl XT) ist licht-,
wasser- und alterungsbeständig. Kalkbildung wird durch die Verwendung
von destilliertem Wasser vermieden, Algenbildung durch sparsame
Zusätze von ökologisch unbedenklichen Produkten aus der Aquariumspflege.
Bei
Bedarf können einzelne Elemente des Systems (Rohrabschnitte oder
Relais) leicht ersetzt werden, ohne die restliche Installation
in Mitleidenschaft zu ziehen.
3. Kontext
Die Chaotic Pattern Machine stellt eine Verbindung her zwischen
fluktuierenden Signalen und der internen Musterbildung eines komplexen
vernetzten Entscheidungsprozesses her - und damit zu den logistischen
und mathematischen Forschungsanliegen des Fluctuations Research
Lab. Eine der großen Herausforderungen der Logistik ist die Optimierung
von Produktions- und Distributionsprozessen unter fluktuierendem
Angebot und fluktuierender Nachfrage. Ein komplexes externes Signal
(die äußeren Fluktuationen) trifft dabei auf ein Netzwerk von
Fertigungs- und Verteilungsabläufe.
Das Lorenz-Wasserrad
geht zurück auf das mathematische System, in dem deterministisches
Chaos entdeckt wurde (S.H. Strogatz: Nonlinear Dynamics and Chaos:
With Applications to Physics, Biology, Chemistry and Engineering,
2001). Das Wasserrad wurde um 1970 von Willem Malkus und Lou Howard
am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entworfen und wird
heute noch an vielen Universitäten verwendet, um abstrakte chaotischer
Systeme zu illustrieren. Seit den bahnbrechenden Arbeiten von
Watts und Strogatz und Albert und Barabasi (D.J. Watts, S.H. Strogatz:
Collective dynamics of 'small-world' networks. Nature 393, 440-442,
1998; A-L. Barabasi, R. Albert: Emergence of scaling in random
networks. Science 286:509 512, 1999) ist die Analyse natürlicher
und technischer Systeme als Netzwerke zu einem der wichtigsten
Paradigmen der Forschung an komplexen Systemen geworden (siehe
M.-Th. Hütt: Was ist Selbstorganisation und was nützt sie zum
Naturverständnis? In: Vec M, Freund A.M. und Hütt, M.-Th. (Hg.):
Selbst- Organisation. Ein Denksystem für Natur und Gesellschaft.
2006, Kapitel 5).
Durch seine
Fähigkeit, ein abstraktes mathematisches System mechanisch abzubilden,
ist das Lorenz-Wasserrad ein ideales Untersuchungsobjekt an der
Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft, und zentraler Mechnaismus
der Chaotic Pattern Machine. Künstlerisch verwandt mit den hydraulisch-kinetischen
Objekten Tinguelys, unterscheidet sie sich von diesen in ihrem
praktischen und visuellen Doppelbezug auf naturwissenschaftliche
Themen. Anders als z.B. Tinguelys mit Wasserkraft betriebenen
Schau-Skulpturen oder Olafur Eliassons Erlebnisräume, die in der
Tradition frühneuzeitlicher "Wasserkünste" und der künstlerisch-mathematischen
Joint Ventures des 17. Jh. stehen, knüpft die Chaotic Pattern
Machine eher an die physikalischen Prinzipien verpflichteten,
konzeptuellen Arbeiten Hans Haackes an. Zwei grundlegende Prinzipien
aus Käthe Wenzels künstlerischer Auseinandersetzung - die Aneignung
kunstfremder Systeme zu künstlerischen Zwecken, und die Forderung
nach Kunst, die den Betrachtern eine aktive Rolle zutraut - hat
sie in einer neuen Dimensionen weiter entwickelt.
Gleisdreieck
Berlin 2012. Kunst im Öffentlichen Raum.
Katalog zur Ausstellung, Berlin 2012
Brot gewordene
Architektur ist Käthe Wenzels künstlerische Spezialität. Nach
dem Sommergästeschloss Friedrichs des Großen in Potsdam-Sanssouci
(2008) ,und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
(2009) in Hefeteig folgt für ..Gleisdreieck Berlin 2012" das Park-Brot.
Erstmals erweitert Wenzel die Serie ihrer temporären Brot-Skulpturen
um die landschaftliche Dimension des Stadtraums.
Für sie gilt, was auch auf ihre Architektur-Laibe im Gegensatz
zu konventionellen Modellgebäuden aus Sperrholz und Styropor zutrifft:
the medium is the message. Wenzels Brotmodelle visualisieren eine
Auffassung von Stadt, in der das Bauwerk als Laib in seiner Formbarkeit
erscheint. Betrachtung, Einverleibung und Reflexion laufen parallel
und niemand isst die Architektur allein, wenn die Künstlerin sie
angeschnitten hat.
Auch Käthe Wenzels Interactive Cartoon Mapping im Park am Gleisdreieck
hat Vorläufer: Innerhalb der Werkgruppe Cartoonorama entstanden
bislang das Brooklyn Diary - Mapping New York, die Campustour
2010 Uni Flensburg sowie GrensMap. Wo ist ihre Grenze? mit Gesprächen,
Erkundungen und Zeichnungen auf Fahrten entlang der deutsch-niederländischen
Grenze. Standen bei den zurückliegenden Mapping-Projekten die
Menschen nicht nur als Befragte, sondern auch als Personen mit
ihrem individuellen Habitus, ihrer Kleidung und ihren Verhaltensweisen
im Mittelpunkt, so konzentriert sich Wenzel im Rahmen ihrer ersten
Berliner Cartoonorama-Aktion vor allem auf den Ort. Die Stadtansicht
als Darstellungsgegenstand und Inspirationsquelle wird durch fiktive
Szenarien, die BesucherInnen des Parks im Gespräch mit der Künstlerin
entwickeln, in einen Möglichkeitsraum transformiert, der als solcher
nur im Medium Zeichnung existiert.
Verfügbar werden die Zeichnungen Wenzels auf der Internetseite
cartoonorama. de, auf der per Cursorbewegung farbige Pop-ups der
City-Cartoons abrufbar sind, deren visionärer Charakter nur noch
die Grenzen des Darstellbaren kennt.
Nicht
alles für alle, aber für jeden etwas
Die Zukunft des Deutschen Technikmuseums Berlin
Das Technikmuseum
wird längst nicht. mehr als reine Bildungsanstalt genutzt, sondern
es konkurriert mit anderen Einrichtungen um die qualitative Frei-Zeit
der Menschen. , Um in diesem Wettbewerb mithalten zu können, ist
es notwendig, umzudenken, sowohl was die Inhalte und ihre Vermittlungsformen
als auch" den Besucherservice angeht. Die Zielgruppen rücken dabei
immer mehr in den Fokus der Bildungsarbeit und sollten einbezogen
werden, sonst gehen die Besucherzahlen den Bach runter und der
potenzielle Gast vielleicht lieber baden.
Ein Pool auf
dem Dach
"Eine 50-Meter-Bahn
zum Schwimmen oben drauf", "einmal K.I.T.T., das sprechende Auto
aus der Kultserie Knight Rider selber steuern " und "ganz viele
Süßigkeiten umsonst"; so erträumen sich Besucherlinnen ihr "Technikmuseum
von morgen".
Im Auftrag des Deutschen Technikmuseum befragte die
Künstlerin Dr. Käthe Wenzel im Sommer 2012 Spaziergängerinnen
und Spaziergänger aller Altersstufen, wie sie sich ihr Technikmuseum
der Zukunft vorstellen. Die Interviews führte sie in der Ladestraße
des ehemaligen Anhalter Güterbahnhofs. Das Areal gehört heute
zum Gelände der Stiftung Deutsches Technikmuseum. Genau an diesem
Ort, soll das Technoversum entstehen, das zukünftige Hauptgebäude
des Deutschen Technikmuseums.
"Wie sieht
es aus? "Was kann man da machen? Was soll da ausgestellt werden?"
wurden die Passanten gefragt. Die Antworten hielt die Künstlerin
auf Tonband fest. Gleichzeitig fertigte sie noch an Ort und Stelle
Skizzen zu den geäußerten Vorstellungen. Drawing on demand nennt
sie diese Methode. Die Künstlerin zeichnete so lange, bis die
Gefragten ihre Wünsche richtig umgesetzt fanden. Im Atelier entstanden
anschließend großformatige, cartoonartige Zeichnungen der Visionen.
Diese zeigt das Deutsche Technikmuseum aktuell unter freiem Himmel
auf dem zukünftigen Museumsquartier.
Mein Technikmuseum
statt ein Technikmuseum
Mit diesem
gemeinsamen Projekt von Käthe Wenzel und der Stiftung Deutsches
Technikmuseum verfolgt das Museum seinen partizipatorischen Ansatz
weiter. Ziel ist es, Besucherinnen und Besucher in die Museumsarbeit
einzubinden, das Museum zu ihrem Museum zu machen, auch wenn hier
keine wissenschaftliche, sondern eine künstlerische Form der Auseinandersetzung
gewählt wurde. Diese Form der Publikums-Teilhabe, lange bevor
eine Ausstellung eröffnet wird, ist eine Methode, die in angelsächsischen
Ländern längst Usus ist. Mit unterschiedlichen Interessengruppen
und Betroffenen, den Stakeholders, arbeitete beispielsweise das
ehemalige Museum of Transport in Glasgow, Schottland, zwei Jahre
lang an seinen neuen Ausstellungen, um nach der Wiedereröffnung
2011in einem neuen Gebäude am neuen Standort - im Hafen von Glasgow
- für alte und neue Zielgruppen ansprechend zu sein. Das Museum
entschied sich mit dem spektakulären Neubau von Zaha Hadid nicht
nur äußerlich für ein neues Selbstbild. Konsequenterweise, und
nicht weniger spektakulär, gab sich die Institution im Sinne der
Inklusion sogar einen neuen Namen: Riverside Museum. Davon fühlen
sich sowohl Frauen, Laien als auch museumsferne Schichten deutlich
mehr angezogen als von der ursprünglichen Bezeichnung.
Was erwarten
Sie von ihrem Technikmuseum?
Was macht
eigentlich ein modernes Technikmuseum aus? Was lässt es zum persönlichen
Favoriten eines Besuchers werden? Um diese Fragen beantworten
zu können, ist freilich mehr Engagement gefordert, als nur ein
punktuelles Kunstprojekt zu initiieren. In intensiven Studien
hat das Deutsche Technikmuseum in den letzten sechs Jahren seine
Besucherinnen und Besucher gründlich erforscht. In vielfältigen
Befragungen haben wir ihr Verhalten, ihre Erwartungen und Wünsche
ermittelt, auch und vor allem mit Blick auf das Museum der Zukunft.
Die folgenden Angaben beziehen sich auf rund 5000 Interviews mit
IndividualbesucherInnen, die im Zeitraum von September 2006 bis
Oktober 2010 durch die Firma Visitor Choice, Berlin, erhoben worden
sind. Das ernüchternde Ergebnis ist: Jeder braucht etwas anderes.
So lapidar das klingen mag, es steckt viel Wahrheit und Arbeitsauftrag
in dieser Banalität.
Zusammen was
erleben
Wer was erwartet,
hängt stark davon ab, mit wem und warum jemand das Museum besucht.
Diese Erwartungen fallen anders aus, als mancher Kurator das glauben
möchte: "Kennt man" ist eine der häufigsten Antworten auf die
Frage nach dem Grund des Besuchs. Anders als beispielsweise in
großen Kunstmuseen, wo unter Umständen ein bestimmtes Werk oder
ein bestimmter Künstler als Publikumsmagnet funktioniert, haben
die meisten BesucherInnen des Technikmuseums kein konkretes Objekt
im Sinn, wenn sie die Ausstellungen aufsuchen. Was aber wollen
sie dann hier?
Wir nähern
uns der Antwort durch eine weitere Frage:
Mit wem kommen diese Menschen ins Museum? "Ohne Begleitung" schauen
sich nur 17,6% unsere A usstellungen an. "Mit Kindern", "mit Lebensgefährten"
oder "mit Familienangehörigen" sind die häufigsten Angaben. Frauen
kommen dabei übrigens weniger aus eigener Motivation - sie kommen
"mit". Wie wir aus unserer Studie zu NichtbesucherInnen wissen,
herrscht weitverbreitet
noch immer das Vorurteil, ein Technikmuseum
sei nichts für Frauen, ein Phänomen, das allein schon ein eigenes
Themenheft wert wäre. Auf ihrem Ausflug ins Technikmuseum wollen
die familiären Kleingruppen vor allem eines: "etwas zusammen machen",
Zeit miteinander verbringen, sich austauschen, gemeinsam auf Entdeckungstour
gehen.
Einfache Sprache
und verstehbare Modelle
Das gemeinsame
Betrachten eines Objektes, das Besprechen seiner Bedeutung und
wie es betrieben wird sind Aspekte, die Familien interessieren.
"Papa, wie funktioniert das?" ist eine typische Frage, mit der
sich so mancher Erwachsene überfordert fühlt, wenn er mit seinen
aufgeweckten Kindern beispielsweise vor einer Dampfmaschine steht.
Eltern wünschen sich in solchen Situationen einfache Texte. Funktionsmodelle
zum selber aus probieren oder einleuchtende Zeichnungen, denn
zuerst müssen Erwachsene die Dinge verstehen, bevor sie das Wissen
an ihre Kinder weitergeben können. Gelingt das nicht, wird der
Besuch als unbefriedigend empfunden. Bei der Entwicklung des Familienführers
"Technik für Kinder", einem Katalog, der Orientierung für den
Ausstellungsbesuch gibt, hat sich die Autorin deshalb erstmals
von einem Familienbeirat Unterstützung geholt. Von der Auswahl
der darin vorgestellten Objekte über die konkreten Fragestellungen
bis hin zur Bestimmung des Illustrators: Die Zielgruppe hat mit
entschieden.
Kulturgeschichte
der Technik
Doch Didaktik
allein garantiert noch keinen positiven Museumsbesuch. Die Erfolgsgeschichte
beginnt bereits bei
der Themenauswahl. Eine der zentralen Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit
ist sicher die, dass die Präsentation rein technischer Daten für
unser Publikum nicht (mehr) ausreicht. Während sich Fachleute
meist männlichen Geschlechts genau diese Details wünschen und
durchaus wiederfinden sollten, erwartet das Gros der Gäste die
Darstellung technischer Objekte im sozialen, historischen und
ökologischen Kontext. Fragen nach den Auswirkungen technischer
Entwicklungen auf den Alltag des Menschen, seine Zukunft und die
möglichen globalen Folgen stehen dabei im Mittelpunkt des Interesses
- und das bei Frauen und Männern glei-chermaßen. Es empfiehlt
sich also, diese Interessenlage auch für das Technikmuseum der
Zukunft zu berücksichtigen, denn die Kulturgeschichte der Technik
spricht beide Geschlechter an.
Was hat das
mit mir zu tun?
Diese Fragen
stellt sich auch die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler.
Sie machen circa 27% des Gesamtbesucheraufkommens im Deutschen
Technikmuseum aus.
" Nicht gerade freiwillig'" wie der 15-jährige Sascha es umschrieb,
kommen sie meist im Klassenverband. Dementsprechend unmotiviert
fallen bisweilen ihre Erwartungen aus: "Es wird langweilig" ist
noch eine der harmloser formulierten Aussichten. Dabei sind die
Jugendlichen gar nicht - wie oft behauptet wird - grundsätzlich
apathisch. Sie wissen sehr genau, was sie wollen: Museen sind
dann interessant, wenn "wir selbst was machen können" oder "wenn
die Sachen irgendwas mit unserem Leben zu tun hätten. Irgendwie
ein praktischer Bezug würde auch Sinn machen". Spannend wäre außerdem
"mal hinter die Kulissen zu schauen, wie überhaupt Ausstellungen
entstehen".
Lernen im
Leben verankern
Alle diese
Aspekte haben wir in einem Pilotprojekt umgesetzt, das Jugendliche
probeweise in die Museumsarbeit involvierte. Im Rahmen der Sonderausstellung
WINDSTÄRKEN wagte sich die Autorin an eine außergewöhnliche Kooperation.
Sie ließ SchülerInnen Objektbeschriftungen formulieren, nicht
als reine Fleißaufgabe oder häuslicher Besinnungsaufsatz, sondern
mit einem konkreten Nutzen verbunden: Die Texte sollten tatsächlich
in der Ausstellung erscheinen. Als Adressat wurden jüngere Kinder
und deren Familien definiert, die ein Großteil des Stammpublikums
ausmachen und sich, wie bereits erwähnt, kurze, verständliche
Texte wünschen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe also mit praktischem
Bezug. Herausgekommen sind Texte vielfältiger Qualität, die es
nun in der Sonderausstellung WINDSTÄRKEN zu entdecken gibt. Manche
sind sehr persönlich gehalten, andere wirken bemüht wissenschaftlich.
Von Unmut, Desinteresse oder Lustlosigkeit ist nichts zu lesen,
auch nicht zwischen den Zeilen. Dass alle Jugendlichen konzentriert
bei der Sache waren, lag nach deren Einschätzung daran, "dass
die Aufgabe Sinn gemacht hat".
Auch für die
neue Ausstellung "Das Netz", die im nächsten Ausbauschritt 2015
in der Ladestraße eröffnen wird, soll vorab mit Zielgruppen an
den Vermittlungsformaten gearbeitet werden. Dazu ist geplant,
Zielgruppenbeiräte einzurichten, die während der Planungsphase
in regelmäßigen Abständen zum kritischen Diskurs eingeladen werden.
Denn für eine gelungene Ausstellung sind die Bedürfnisse ihrer
Betrachter genauso zu berücksichtigen, wie die klimatischen Anforderungen
eines Objekts.
Wohlfühlen
als Qualitätsmerkmal
Zielgruppenorientierte
Ausstellungen und abgestimmte Vermittlungsangebote allein reichen
jedoch nicht aus. Der Besucher muss sich wohl fühlen und erleben,
dass seine intellektuellen, emotionalen und körperlichen Bedürfnissen
unterstützt und respektiert werden. Über einen gelungenen Museumsbesuch
entscheidet deshalb zu einem wesentlichen Teil auch der Besucherservice
mit. Aus diesem Grund sind im Deutschen Technikmuseum die Bereiche
Bildung und Besucherservicein einer Abteilung vereint. Der Besucherservice
gestaltet dabei den Rahmen, der Lernen und Erholung ermöglicht.
Diesen Anspruch
transportiert im persönlichen, dienstleistungsorientierten Kontakt
der Servicemitarbeiter vor Ort. Er kümmert sich aber auch um niedrigschwellige
Angebote wie etwa Sonderregelungen für Gruppen mit besonderen
Anforderungen. Seine Mission ist die besucherfreundliche, zielgruppenorientierte
und barrierefreie Gestaltung von Ausstellungen ebenso wie der
Aufenthalts-, Vermittlungs- und Servicebereiche. diesem Sinne
sind beide Bereiche, Bildung und Besucherservice, auch in den
Planungsgremien für die zukünftigen Ausstellungen des Technoversums
vertreten. Denn Ausstellungen, Räume und Programme müssen sich
an den Erwartungen und den Bedürfnissen der Zielgruppe orientieren,
um erfolgreich zu sein. Dabei gehen wir offensiv mit der Tatsache
um, dass nicht alle Themen für jeden Gast gleich geeignet
sind. Unsere kleine Zauberformel lautet deshalb: Nicht alles für
alle, aber für jeden etwas.
Dann kam Tschernobyl
Künstlerin spricht mit Menschen über Atomfrage - Antworten
in Cartoons verpackt
Schöppingen
- Wie fühlt es sich an, neben einem Atomzwischenlager zu wohnen?
Was halten die Nachbarn von angereisten Demonstranten, die Bahngleise
blockieren?
Wie dringend brauchen wir Atomstrom?
Die Künstlerin Käthe Wenzel fragt nach: Mit einem Stipendium des
Künstlerdorfs Schöppingen bereiste sie im Rahmen des Gesamtprojekts
„Kritische Masse“ das Münsterland und sprach mit Bürgern in Gronau
und Ahaus, mit Aktivisten und Parlamentariern, führte Interviews
mit Vertretern von Atombetrieben und in der Fußgängerzone. Die
Antworten übersetzt sie in cartoonartige Zeichnungen, die in eine
interaktive Landkarte im Netz eingebunden sind.
„In unserer Familie waren wir immer vom technischen Fortschritt
überzeugt. Dann kam Tschernobyl. Das war so wie: ‚Shit, den Weihnachtmann
gibt es gar nicht‘“, erzählte zum Beispiel Melanie Werner aus
Retzen der Künstlerin. Ihr Zitat ist illustriert mit einer Zeichnung
vom Weihnachtsmann. Beides ist auf der Inter-netseite von Käthe
Wenzel zu sehen. Ausgehend von einer herkömmlichen Landkarte entsteht
hier mit täglich neuen Zeichnungen eine interaktive Karte für
das Internet, die einen Überblick über Atomstandorte, Proteste,
Bürgermeinungen und Statements von Fachleuten im Münsterland gibt.
Jedes Gespräch wird auf der Karte markiert, und wenn man mit der
Computermaus darüber fährt, öffnen sich Zitate und Zeichnungen.
Ergebnis ist ein vielstimmiges Porträt der Region zu einem der
Schmerzthemen der Bundespolitik.
Das Gesamtprojekt „Kritische Masse“ ist eine Aktion zu Kunst und
Energie im Münsterland. Mit künstlerischen Strategien und Mitteln
wird eine kritische Befragung zum Thema Energie im Münsterland
durchgeführt und mit ästhetischen Mitteln die zentrale Stellung
der Energiefrage für die Zukunft bewusst gemacht. Das Projekt
ist dezentral (verschiedene Orte, verschiedene autonom handelnde
Akteure und Veranstalter) und weitgehend ergebnisoffen angelegt.
Die gemeinsame Klammer bildet das Thema. Die konkreten Verfahren
und Vorgehensweisen sind künstlerische Aktionen und Strategien
im öffentlichen Raum und Internet, Ausstellungen, partizipatorische
Versuchsanordnungen und Experimente. „Kritische Masse“ wird gefördert
vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport
des Landes Nordrhein-Westfalen.
Maria
Neuendorff in: Märkische Oderzeitung, 20. 03. 2013
Per
Seilbahn zu Kartoffelschälern
Eine Open-Air-Ausstellung zeig, wie sich Berliner das Technikmuseum
der Zukunft vorstellen
Berlin (MaZ)
Das Deutsche Tecbnikmuseum wird 30 Jahre alt. Zum Jubiläum schaut
die Kreuzberger Institution nach vorne und hat Passanten befragt,
wie sie sich das Museum der Zukunft vorstellen. Die Antworten
sind jetzt in einer kostenlosen Open-Air-Ausstellung zu sehen.
Das Tecbnikmuseum
der Zukunft Iiegt in St. Moritz und Venedig zugleich. Die Besucher
fahren per Seilbahn zwischen Haupthaus, Science Center Spektrum
und Tecbnoversum hinund her. Die Fläche darunter ist geflutet.
Ausstellungsstücke wie Raumfahrtkapseln vom Typ Sojus und Apollo
ragen auf Sockeln aus den künstlichen Kanälen. Besucher umschiffen
sie auf kleinen Gondeln. Ja, Wasser habe bei den Wünschen der
Passanten eine herausrageode Rolle gespielt, erinnert sich Käthe
Wenzel. Aber das habe wohl vor allem am Wetter gelegen. Denn als
die Künstlerin im vergangenen August mit Zeichenblock und Tonbandgerät
bewaffnet auf die Pirsch ging, seien es gefühlte 36 Grad im Schatten
gewesen. "Die Leute waren unglaublich gut drauf und vor allem
zu schlapp zum Weglaufen."
Und weil man die Zukunft nicht fotografieren kann, machte sich
Käthe Wenzel schon während der
Gespräche erste Skizzen. Daraus
entstanden sind 19 großformatige Cartoons, die nun am Zaun der
sogenannten Ladestraße hängen. Auf dem Gelände des ehemaligen
Anhalter Güterbahnofs entsteht bis 2015 für rund zehn MiIlionen
Euro ein neues, 3000 Quadratmeter großes Museumsareal. In den
ehemaligen Lagerhallen sollen dann auch die neue Ausstellung "Das
Netz" sowie ein Restaurant eröffnen. "Das Thema Seilbahn
greift damit ein Problem auf, das wir wirklich haben," sagt
der Projektleiter der Ladestraße, Joseph Hoppe.Um
das zusätzliche Gelände mit dem denkmalgeschützten
Hauptgebäude an der
Trebbiner Straße zu verbinden, arbeiten derzeit Architekten an
Konzepten. Regelmäßig führt das TechnikImuseum Besucherumfragen
durch, um auch das Publikum an den Entwicklungen auf dem Gelände
zu beteiligen.
Bei der Befragung
für die "Bilder von morgen" wünschten sich Teenager eine
James-Bond-Ausstellung sowie eine Rakete zum Reinklettern. Kinder
wollten dagegen mehr selbst bauen. Ein äI teres Ehepaar bemängelte,
dass die Technik aus dem Osten zu wenig Berücksichtigung
findet: "Wir
waren auch nicht hinter dem Mond", steht neben dem Cartoon,
der zwei Hubschrauber aus Ost und West zeigt und ihren Wunsch
visualisieren soll.
"Das
Spektrum der Vorstellungen reichte vom Mars Panorama mit Greifern
bis zur Ausstellung über Kartoffelschä1er," erinnert sich
die Zeichnerin, die an der Berliner Humboldt-Uni promo viert hat,
So habe eine Hausfrau zum Beispiel geklagt, dass sie 25 Jahre
mit schlechtem Gewissen Kartoffeln geschält habe. Weder das in
Holz geschäftete Messer noch das elektrische Modell hätten je
passable Ergebnisse gebracht. "Bis sie endlich auf den einfachen
Sparschäler kam", berichtet Wenzel, die diesen
auf ihrem Cartoon z:ur Kartoffelschäler-Ausstellung als "Sieger
der Evolution" betitelte.
Besonders
gefallen habe Wenzel an dem Projekt, dass auch die eher abwegigen
Vorschläge beim Museumspersonal Gehör fanden. "Ja, dann machen
wir eben mal einen Vortrag zum Thema Messertechnik", habe es geheißen.
Ihre Interviews führte die Künstlerin an der ehemaligen Ladestraße,
in der neben den Zukunftsvisionen auch historische Bilder zum
Areal ausgestellt sind. Die Passage an der Möckernstraße
ist inzwischen zu einer Einflugschneise für die Besucher
des Parks am Gleisdreieck geworden. Projektleiter Hoppe trifft
sich regelmäßig mit den Verantwortlichen
von Grün Berlin, um
die Entwicklung der 26 Hektar
großen Oase auf den ehemaligen
Bahnbrachen zu besprechen. Sein
eigenes Jubiläum will das Museum am 25. August mit nem Sommerfest
begehen. Dann, wenn die Lust auf Wasser wieder besonders groß
sein wird. Doch dem Wunsch zweier Passantinnen von einem Swimmingpool
auf dem Dach des neuen Anbaus muss Hoppe wahrscheinlich eine Absgae
erteilen. "Dort soll nämlich shcon eine Photovoltaik-Anlage
entstehen."
Valerie
Schönian in: Der Tagesspiegel, 20.03. 2013
Mit der Gondel durch die Ausstellung
Man versetze
sich zumindest gedanklich in eine Zeit vor dem Winter. Wie wäre
es an einem heiß-trägen Augusttag, ein Museum in der Stadt zu
haben, dessen Straßen komplett geflutet sind: Die Besucher schippem
auf Gondeln von Ausstellung zu Ausstellung, das Wasser immer unter
den Füßen. Wenn es nach zwei Berlinerinnen Anfang 40 ginge, sollte
so das Museum der Zukunft aussehen.
Die Künstlerin
Käthe Wenzel hat die beiden Frauen im vergagenen August nach ihren
Versionen für die kulturellen Stätten gefragt - und mehr
als fünfzig weitere Stadtbewohner. Die Antworten hat sie in Form
von Cartoons festgehalten. 24 davon sind seit Dienstag und bis
zum Ende des Iabres in der Ausstellung "Bilder von morgen" auf
dem Freigelände des Deutschen Technikmuseums (DTM) zu sehen: Dabei
sind ein rollstuhlgerechtes James- Bond-Flugzeug, ein Flugsimulator
und ein SwiImmingpool auf dem Dach.
Es habe aber
auch bescheidenere Wünscbe gegeben, sagt die Künstlerin,
wie beispielsweise Toiletten oder Sitzplätze in ständiger Reichweite.
Anlass für das Projekt ist der geplante Anbau "Technoversum"
des DTM. Die Bilder sollen einen besonderen Blick darauf schaffen,
sagt Iris Kühnberger, Bildungsleiterin des Museums. Ob dort irgendwann
mal Gondeln fahren sei abzuwarten, aber: "Die Toiletten kommen
auf jeden Fall."
Technik zum Anfassen:
Technikmuseum wird 30 Jahre alt
Ein Flugzeug auf dem eigenen Dach
haben eigentlich nur Präsidenten oder Multimillionäre - und das
Deutsche Technikmuseum. Seit 30 Jahren zeigt es nicht nur Ausstellungen
rund um die Themen Verkehr und Mobilität, sondern auch zu Film
-und Gomputertechnik. sowie zu Chemie und Pharmazie. Um seinem
Ruf als eines des weltweit führenden Museen seiner Art gerecht
zu werden, hat man sich auch für das Jubiläumsjahr einiges einfallen
lassen. Zur Zeit findet die erste große Ausstellung "Orenstein
& Loewe - 20 deutsch-jüdische Ingenieure, Erfinder und Fotografen.
1933-1945" im Rahmen des Berliner Themenjahres "Zerstörte Vielfalt"
statt. Als "Objekt des Monats" werden im Jubiläumsjahr wechselnd
Exonate von 1983 zu sehen sein. lm März sind es zwei Baukästen
und eine Grubenlampe, die der damalige Direktor bei einem Flohmarktbesuch
e:rworben hatte.
"Bilder von morgen" gibt es
ab dem 19.MäIz in einer Open-Air-Präsentation: Künstlerin Käthe
Wenzel hat Besucher gefragt, wie sie sich das Museum der Zukunft
vorstellen, und die Antworten in comicartigen Zeichnungen interpretiert.
Im Sommer geht es dann richtig los: Am 9. August soll das Science
Center Spectrum interaktiver als zuvor wiedereröffnen, mit vielen
neuen Möglichkeiten zum Experimentieren und Forschen. Am 25. August
steigt dann das Sommerfest für die ganze Familie - bei freiem
Eintritt.